Lieferdienste – effizienter leben dank des Kuriers

In manchen Ländern, vor allem in Asien, gehört es zur Normalität sich Dinge des Alltags bringen zu lassen. Grund dafür ist, dass die Einkommensschere dort so riesig ist. Zum einen gibt es die vielen Wohlhabenden, deren Gehälter sich schrittweise denen des Westens angleichen. Zum anderen gibt es aber auch Menschen, deren Arbeitszeit quasi so billig ist, dass sie einfach nicht ins Gewicht fallen.  Ein solcher Lebensstil wird scheinbar auch in Europa wieder möglich sein. Mit dem Unterschied, dass hier nicht auf dem Rücken der Armen gelebt wird, sondern weil High-Tech die Effizienz steigert. Gesamtwirtschaftlich betrachtet kann die Gesellschaft davon sogar profitieren, wenn die Straßen voller Kuriere sind.

Wie entwickelt sich der Markt für Lieferdienste?

In Deutschland kennt vermutlich jeder Lieferando und Lieferheld. Diese Firmen haben es geschafft den Beruf Kurier wieder zum Leben zu erwecken. Bei den hiesigen Gehältern war das vorher kaum noch möglich. Sieht man sich alte Filme an, dann schien es früher ganz normal zu sein, billige Arbeitskräfte für Botengänge loszuschicken. Möglich wurde das, in dem solche Firmen per IT, Apps, Software, Algorithmen usw. die Effizienz so weit gesteigert haben, dass sowohl der Bestellprozess für den Kunden als auch die Logistik auf Seite des Betreibers schnell und unkompliziert laufen. Und das sogar so gut, dass es möglich wird Menschen so weit mit Arbeit und Umsatz auszulasten, dass das Gehalt den Mindestlohn übersteigen kann.

Nun betritt ein weiterer Spieler den Rasen. Die Firma Wolt aus Finnland hat sich hier ebenfalls etabliert. In Skandinavien und anderen Ländern zählen sie bereits zu wichtigen Größen. Gegründet wurde Wolt 2015 in Helsinki. Seitdem ist der Umsatz rapide gewachsen. Auch sie vernetzen sich mit Restaurants und liefern Essen ins Haus. Viele Lieferdienste weiten jedoch ihren Aktivitäten auch auf andere Transporte aus.

Lieferdienste – gut für alle?

Arbeitsteilung ist die Basis gewesen für den Aufstieg Europas zur Weltwirtschaftsmacht in Zeiten der Industrialisierung. Jeder soll das machen, was er oder sie am besten und schnellsten kann. Dadurch wächst die Wirtschaft rasant an.

Für die Bürger hierzulande nimmt die Bedeutung von Essenslieferungen zu. Bedingt durch die Covid-Krise, haben Firmen große Teile der Belegschaft ins Home-Office geschickt. Mangels Kantine müssen die Angestellten nun selbst kochen oder liefern lassen. In vielen Fällen ist es günstiger von auswärts zu bestellen und den Expresskurier kommen zu lassen. Als Verbraucher bekommt man dann eine warme Mahlzeit nach Hause geliefert. Wer clever ist, der bestellt gleich 2 Sachen. So hat man auch gleich für den nächsten Tag etwas, um es warm zu machen.

Vorteil dabei ist, dass man sich somit die Zeit zum Einkaufen und zum Kochen erspart. Stattdessen kann man sich seiner Arbeit widmen, die deutlich mehr abwirft als der Preisunterschied beim Essen. Vor allem Selbständige merken sofort, wenn sie jeden Tag ungefähr 30-60 Minuten mehr Zeit zum Arbeiten haben.

Für Gastronomen wiederum ist Essen to Go ein Segen. Sie können den Umsatz ausweiten, ohne dass sie zusätzliche Flächen anmieten müssen. Auf diesem Wege entstehen gesamtwirtschaftlich betrachtet Unmengen neuer Jobs. Volkswirte nennen es komparativer Kostenvorteil.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass es in Sachen Effizienz und Kosten in Deutschland noch viel machbar ist. Vor allem deshalb, weil nun Unternehmen Mietkosten einsparen werden. Für die Wettbewerbsfähigkeit wird das auf lange Sicht noch zahlreiche positive Effekte haben.

2020-08-11T16:47:52+02:00